Wie du deine Fotos in Magazine bringst

Wie du deine Fotos in Magazine bringst

Über den Fotografen-Traum, die eigenen Fotos in einem Magazin zu sehen

Es gibt Träume, nach denen sehnen sich die meisten Fotografen. Das ist beispielsweise eine eigene Ausstellung, ein eigenes Buch, einer der ersten drei Plätze bei einem renommierten Fotowettbewerb oder aber die Veröffentlichung in einem Magazin. Nun ist es natürlich nicht jedem Fotografen vergönnt gute Kontakte zu den Redakteuren der großen Zeitschriften und Magazine zu haben oder für diese zu arbeiten. Daher möchte ich in diesem Artikel beschreiben, wie es für mich funktionierte, dass meine Bilder beispielsweise auf Spiegel Online, der Cosmopolitan Russland, auf Stern.de oder in der ze.tt veröffentlicht wurden. Vielleicht klappt mein Weg ja auch für dich.

Der Weg über Stockagenturen

Ein möglicher Weg – wenn auch nicht der leichteste – ist der über Stockagenturen. Ich vertreibe beispielsweise einige meiner Fotos über Macrostockagenturen wie Westend61, Mauritius Images, Actionpress oder Picturepress. Bei diesen Agenturen bedienen sich die Redaktionen diverser Zeitschriften, Magazine und Buchverlage. So geschah es, dass einige meiner Arbeiten bereits auf den Seiten der Cosmopolitan, Elle, WOMAN, Brigitte oder im DB-mobil Magazin veröffentlicht wurden. Hierfür sind allerdings drei Faktoren wichtig.

  1. Eine hochwertige fotografische Qualität, damit die Redakteure deine Bilder auch kaufen.
  2. Ein Gespür für Themen und Bildsprachen, die gefragt sind.
  3. Glück, denn irgendwie muss man deine Bilder zwischen den Millionen anderen finden.

Dieser Weg kann also eine Option sein, hier sind die Chancen allerdings sehr gering. Der große Nachteil übrigens: Man erfährt als Fotograf nicht, wo die eigenen Fotos publiziert werden. Die Ausnahme (bei meinen Agenturen) macht da lediglich Actionpress. Hier gibt es eine detaillierte Auflistung über die Publikationen. Ansonsten habe ich meine eigenen Arbeiten nur durch die Bildersuche von Google gefunden oder weil mich jemand darauf aufmerksam machte.

Das Geschäft mit den »Submissions«

In der Branche hat sich, neben einer Fülle an Fotowettbewerben, ein weiteres Geschäftsmodell etabliert. Magazine, die davon leben, dass man als Fotograf Bilder einreicht. Es gibt sie mittlerweile wie Sand am Meer, das Volo, Kaltblut, NIF, Dark Beauty Magazine und wie sie alle heißen. Sie haben teilweise eine sehr fragliche, aber auch eine sehr gute Qualität an täglichen Motiven. Einige dieser Magazine gibt es nur online, andere auch gedruckt. Sie haben oftmals mehrere zehntausende oder gar hunderttausende Fans und Follower, beimDark Beauty Magazine sind es (Stand Juli 2017) sogar 1.320.003 Facebook-Fans.

Es gibt oftmals einen bestimmten Bereich auf der Webseite, auf dem man seine eigenen Bilder einreichen kann. Diese müssen allerdings einigen Kriterien entsprechen, die von Magazin zu Magazin variieren.

  • Es muss eine Serie sein, keine Einzelbilder
  • Die Serie muss eine hohe fotografische Qualität haben
  • Das Thema der Serie muss zum Magazin passen (Fashion, Akt, Architektur, …)
  • Die Serie darf bisher noch nirgendwo publiziert worden sein (bis auf wenige Magazine fordern das fast alle)
  • Bei einigen Aktmagazinen muss ein Modelrelease und eine Kopie des Ausweises vorliegen (vor allem bei Akt)

Manche Magazine wollen erst Low-Res Daten und fragen später High-Res an, manche wollen die Bilder als PDF, andere als E-Mail, wieder andere per Upload. Wenn man etwas Gespür für die Magazine entwickelt, kann es gut möglich sein, dass die eigene Strecke innerhalb eines Monats im jeweiligen Magazin veröffentlicht wird.

Dabei wird oftmals zwischen einer Einreichung für das Print-Magazin und einer Online-Einreichung unterschieden. Das Print-Magazin ist natürlich viel kritischer bei der Auswahl, denn hier kostet jeder Druck Geld und die Seitenzahl ist begrenzt. Beim Online-Magazin hat man den Vorteil, dass fast immer auch die Links zur eigenen Webseite oder den Social-Media Kanälen geteilt werden, was mehr Wachstum der eigenen Präsenz mit sich bringt. Bei meiner meiner Publikationen im Dark Beauty Magazine brachte mir dies innerhalb einer Woche über 1.000 neue Facebook-Fans.

Mittlerweile ist es sogar so, dass das Dark Beauty Magazine für Einreichungen Geld nimmt. Es ist schon ein starkes Stück, dass wir Fotografen nun auch dafür bezahlen, dass unsere Bilder veröffentlicht werden. Doch ich bin Berufsfotograf und ich sehe es als eine Art Werbung, die ich mir kaufe. Zwischen 4-25$ muss man rechnen, je nachdem ob man eine Standard-Einreichung oder eine Priority-Einreichung aufgeben will. Zweitere wird dann schneller gesichtet. Mit Werbeanzeigen wäre es mir allerdings nicht möglich mit 15$ 1.000 neue Fans zu gewinnen, wie es bei mir der Fall war. Von daher ist der Preis für mich in Ordnung.

Die Submissions sind daher nicht nur eine gute Möglichkeit die eigene Arbeit veröffentlicht zu sehen, sondern dazu noch ein gutes Online-Marketing-Instrument.

Meine Strecken kannst du beispielsweise beim Darkbeautymagazine sehen, im NIF Magazine oder bei artbo (hier wurde ich allerdings angefragt).

Ich habe eine Liste mit 40 Magazinen erstellt, bei denen du deine eigenen Bilder einreichen kannst. Diese Liste habe ich mir über viele Jahre mühsam erstellt, sie ist für mich immer ein sehr wertvolles Werkzeug gewesen. Diese Liste kannst für eine Gebühr von 15€ auch für dich nutzen. Die Liste werde ich hin und wieder aktualisieren.

Liste mit 40 Magazinkontakten

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Die Liste beinhaltet vorwiegend Kontakte zu Magazinen im Bereich Porträt, Akt, Fashion und Beauty.

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Serien direkt den Magazinen anbieten

Jetzt kommen wir zur von mir empfohlenen Variante. Die Strecken einfach direkt an Magazine schicken. So hat es geklappt, dass meine Serie »Frauen und ihr bestes Stück« auf Spiegel Online veröffentlicht wurde und meine Serie »unshaved« auf ze.tt, einem Ableger der ZEIT. Die Veröffentlichung auf Spiegel Online hat dann gleich noch ein Interview auf DRadio mit sich gebracht, die mich darauf hin anfragten.

Aber wie kommt man da hin? Eigentlich ist es recht einfach, nicht leicht, aber einfach. Wie du an meinen beiden Serien siehst, ist es nicht unbedingt notwendig aufwändige Serien mit großem Budget zu produzieren. Auch ist es unwichtig, dass die Fotos höchsten künstlerischen Ansprüchen gerecht werden. Denn wir wollen ja keine Ausstellung machen, oder ein Buch, sondern Stoff für Magazine liefern. Und diese sind immer an Geschichten interessiert. Das können spannende Themen des aktuellen Zeitgeschehens sein, aber auch interessante Hintergrundberichte über Shootings selbst.

Schauen wir uns die Serie »Frauen und ihr bestes Stück« näher an.

Ich suchte mir die Kontaktadresse des Bildredakteurs von Spiegel Online im Internet heraus und schrieb ihm eine E-Mail, dass ich eine ganz tolle unveröffentlichte Serie habe, und ob er sie nicht auf Spiegel Online veröffentlichen wolle. Gleich beim ersten Versuch klappte das auch.

Fotografisch gesehen ist diese Serie nichts besonderes, die meisten können solche Art von Fotos machen. Doch das Thema der Serie ist das hier spannende Element. Einerseits ist die Frauenhandtasche immer aktuell, solange Frauen Handtaschen tragen. Auf der anderen Seite gewähre ich als Fotograf dem Betrachter hier einen Einblick, den er sonst nicht bekommt. Der Voyeur wird in uns angesprochen. Denn wann haben wir schon mal die Chance in das Innenleben einer Frauenhandtasche zu schauen? Das ist genau der Knackpunkt dieser Serie. Die Frauen wussten bis zum Zeitpunkt des Shootings nämlich nicht, dass sie mir das Innenleben ihrer Handtasche offenbaren müssen.

Hinzu kommt, dass mir auch keine Serie bekannt ist, die das Thema auf diese Art und Weise angeht. Es gab auf RTL2 und einem Modemagazin ähnliche Ansätze, aber nichts was wirklich vergleichbar mit dem Thema meiner Serie war. Daher sagte mir der Redakteur von Spiegel Online auch sofort zu, dass er meine Serie veröffentlichen wird. Wichtig war natürlich auch hier, dass die Bilder exklusiv für das Magazin waren. Das heißt, ich räumte dem Magazin ein Exklusivrecht für, ich glaube, 3 Wochen ein. Danach konnte ich mit den Bildern wieder machen was ich wollte.

Ganz besonders habe ich mich sogar gefreut, als der Redakteur ein Honorar anbot. Damit rechnete ich nicht, denn ich hätte die Serie als eine Art Berichterstattung über mich gesehen und wollte dafür ursprünglich nichts haben. Um so größer war die Überraschung.

Bei der Serie »unshaved« lief es ähnlich.

Bei dieser Serie ging ich ähnlich vor, nur dass ich hier einige Anläufe brauchte. Ungefähr 10 Magazine schrieb ich an, ehe dann auch eines positiv reagierte. Inzwischen weiß ich, dass es einfach zu viel Nacktheit für die meisten Magazine ist. Aber gut, das war das Thema.

Auch diese Serie macht etwas sichtbar, was sonst im verborgenen bleibt. Ich gewähre den Betrachter Einblicke in die Intimität anderer Menschen. Vor allem konfrontiere ich den Betrachter mit einem Thema, bei dem er gezwungen ist, sich mit seiner eigenen Vorstellung von einem Idealbild auseinanderzusetzen. Themen die polarisieren und bei denen man niemals wirklich auf einen Nenner kommen kann, sind immer spannend für Redaktionen und werden gern genommen.

Auch hier siehst du, dass es fotografisch nichts außergewöhnliches ist. Ein solides fotografisches Handwerk ist wichtig, aber keine große Kunst. Darauf kommt es nicht an. Die Themen sind der Schlüssel!

Redakteure von Fotomagazinen halten Ausschau nach guten Fotografen

Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Aspekt, sind die einschlägigen Fotomagazine wie DOCMA, DigitalPHOTO, Pictures oder CHIP Foto Video. Die Redakteure dieser Magazine sind ebenso immer auf der Suche nach spannenden Serien oder fotografischen Talenten. Bei diesen Magazinen war es bei mir in der Vergangenheit immer so, dass diese mich für eine Veröffentlichung angefragt haben. Das ist natürlich ein Luxus-Zustand. Doch schauen wir mal, wie es schlussendlich zu Stande kam.

Einige Magazine sind auf mich aufmerksam geworden, da einiger meiner Fotos in der kuratierten Galerie der Fotocommunity zu sehen waren und sind. Das klingt unglaublich, aber ist so. Scheinbar schauen sich die Redakteure dort die Arbeiten an, die von den Nutzern als die Besten auserkoren worden. So geht man gleich auf Nummer sicher, dass die Fotos dann auch der eigenen Leserschaft gefallen. Allerdings ist das auch schon wieder einige Jahre her und die Fotocommunity war noch etwas populärer, als sie es jetzt ist.

Andere Redakteure halten ganz offensichtlich auch immer die Augen nach Gewinnern von Fotowettbewerben offen. So passierte es nicht selten, dass ich einen Fotowettbewerb gewann und fast unmittelbar danach eine Interview-Anfrage von einer Fotozeitschrift erhielt. Auch hier lohnt es sich immer wieder fleißig teilzunehmen. Lies dazu auch meinen Artikel Fotowettbewerbe als Marketinginstrument.

Für Magazine arbeiten

Der Vollständigkeit halber möchte ich hier noch den letzten Punkt anfügen, der allerdings etwas aus der Reihe fällt. Wenn man für seine Wunschmagazine als Fotograf arbeitet, liegt es natürlich nahe, dass die eigenen Bilder auch publiziert werden. Jedoch sind es dann Auftragsarbeiten und keine freien Projekte. Ich selbst habe bisher für eine handvoll Magazine Aufträge erledigt, beispielsweise für das COVER Magazin, Politico, Neues Leben oder Prinz. Meinen Job bei Politico bekam ich über die Plattform blink,  das COVER Magazin fand mich über die Google-Websuche, beim Prinz-Magazin stellte ich mich persönlich mit einer E-Mail vor und den Job für das Neues Leben erhielt ich über meine Agentur Actionpress.

Da ich kein Magazin-Fotograf bin, kann ich ansonsten keine schlauen Ratschläge aus eigener Erfahrung geben, wie man einen Fuß in die Tür der Magazine als Auftragsfotograf bekommt. Doch in diesem Beitrag soll es auch eher darum gehen, wie du deine freien Arbeiten in Magazinen veröffentlichen kannst.

Fazit

Wie du siehst gibt es verschiedene Wege die eigenen Fotostrecken in Magazine zu bringen. Die Submissions bzw. die Einreichungen per E-Mail bei den größeren Magazinen sind daher die effektivsten Wege. Die sehr große fotografische Qualität wird immer vorausgesetzt. Wer noch nicht an dem Punkt ist, dass er sein Handwerk richtig beherrscht, sollte erst einmal einige eigene Projekte angehen und üben.

Ansonsten bin ich ein Freund des Versuchs. Schick die Bilder einfach mit einem sympathischen Text an die Redakteure (fass dich kurz und komm auf den Punkt, Redakteure sind immer im Stress) und schaue was passiert. Es kann nichts nach hinten losgehen. Wenn es diese Serie nicht wird, dann eben die nächste oder übernächste.

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Corwin von Kuhwede

Mein Name ist Corwin von Kuhwede, ich arbeitet seit 2005 als freiberuflicher Fotograf mit Schwerpunkt in der Porträt- & Aktfotografie. Ich bin Autor von Fachbüchern zum Thema Fotografie und gebe Seminare, Coachings und Trainings für fortgeschrittene Fotografen. Auf dieser Seite schreibe ich Artikel und produziere Videos zu allen möglichen nicht-technischen Themen der Fotografie. Wenn dir meine Inhalte gefallen, freue ich mich über einen »Daumen«.

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