Fotoarchivierung und Bildauswahl in 10 Schritten

Fotoarchivierung und Bildauswahl in 10 Schritten

»Wo war jetzt eigentlich nochmal das Foto von Tanja, dass ich damals von Ihr im Hotel gemacht habe?«
Dann fängt bei vielen oftmals eine lange und erschwerte Suche nach einem Foto an, in den Untiefen der eigenen Ordnerstruktur.

In diesem Artikel möchte ich euch zeigen, wie ich nach einem Fotoshooting meine eigenen Fotos archiviere und anschließend die Bildauswahl erstelle. Dabei gehe ich in immer in den gleichen Schritten vor. Vielleicht ist für dich die eine oder andere Anregung dabei, die dir bei der Auswahl und Archivierung deiner Fotos hilft.

Wichtig für mich ist, dass ich meine Fotos schnell wiederfinde. Ich brauche also ein System der Archivierung. Ebenso möchte ich mich nicht lange mit der Bildauswahl aufhalten und habe auch hier mein System entwickelt, mit dem ich gut zurecht komme.

Gehen wir jetzt davon aus, wir haben ein freies Fotoshooting mit Anna L. gehabt, das einen Tag ging. Alle Daten des Fotoshootings liegen bei mir gespiegelt auf zwei SD-Karten innerhalb der Kamera. Eine extra Datensicherung vor Ort mache ich nur bei Kundenshootings, bei denen der Datenverlust mit hohen finanziellen Kosten oder Aufwand verbunden wäre. Für die meisten Fälle verlasse ich mich auf die Sicherheit der beiden Karten.

Im Atelier angekommen geht es dann los.

  1. Innerhalb meiner Ordnerstruktur lege ich mir meinen Projektordner mit dem Namen des Models an. Bei mir sieht meine Ordnerstruktur wie folgt aus:
    Daten -> Fotoprojekte -> 2018 -> Anna L. -> 2018_06_13
  2. Innerhalb des Datumsordners lege ich zwei weitere Ordner mit den Namen Internet und Druck an. Hier landen später die exportieren Jpg’s.
  3. Alle Daten der Kamera kopiere ich in den Ordner 2018_06_13.
  4. Per Stapelumbennung bekommen alle Fotos einen individuellen Dateinamen nach dem Prinzip JJJJMMTT_1234. Somit hat jedes Bild eine eigene Nummer und es kann keine Dopplungen geben.
  5. Anschließend gehe ich in Adobe Bridge im Präsentationsmodus alle Fotos durch und lösche diejenigen, bei denen ich mir sicher bin, das ich sie nicht benötige. Das sind Testbilder, Einstellfotos, fragwürdige Gesichtsausdrücke, Schwarzbilder und so weiter. Dabei vergebe ich denjenigen Bildern, die bereits besonders positiv auffallen, 2 Sterne.
  6. Nun gehe ich eine weitere Runde durch und weiß nun bereits, was für Fotos in der Auswahl sind. Somit kann ich in der zweiten Runde weitere aussortieren, bei denen ich mir sicher bin, dass ich stärkere Varianten von ihnen in der Auswahl habe. Auch hier vergebe ich nach Gefühl wieder 2 Sterne Bewertungen, bei denjenigen, die mir gut gefallen, oder die zumindest in die engere Auswahl kommen sollten.
  7. In der nächsten Runde lasse ich mir nur alle 2 Sterne Bilder anzeigen. Hier stelle ich dann ähnliche Motive nebeneinander und gegeneinander und gehe nach dem Ausschlussprinzip vor. Das heißt, ich entscheide mich nicht für das stärkere Bild, wenn ich mehrere Varianten habe, sondern bei mir fliegt das schwächere Bild raus. Das geschieht dadurch, dass das Bild 1 Stern bekommt und somit in meiner 2 Sterne Ansicht nicht mehr angezeigt wird. Alle Bilder, die dabei besonders positiv herausstechen, bekommen von mir 3 Sterne.
  8. Nun passiert das Ganze Spiel noch einmal mit allen 3 Sterne Bewertungen. Schlechtere Bilder bekommen wieder 2 Sterne und bessere bekommen 4 Sterne. So bleibt am Ende eine handvoll Fotos übrig, die vier Sterne haben.
  9. Nun muss ich natürlich eine Entscheidung treffen. Denn oftmals gibt es doch noch 2 oder 3 Varianten eines Bildes mit 3 oder 4 Sternen. Ganz um eine individuelle Entscheidung komme ich selbstverständlich nicht. Aber – und das ist das wichtigste – ich habe das Ausmaß der Bildauswahl mit diesem System auf ein Minimum reduziert.
  10. Bei Entscheidungsproblemen hilft mir oft meine 4-Punkte Schablone, die ich in meinem Artikel »Das Geheimnis für gute Fotos« beschreibe. Wenn ich diese über die eigene Bilder lege, fällt mir die Auswahl deutlich einfacher.

Fazit:
Wie du siehst, nutze ich eine relativ einfache Ordnerstruktur. Da ich nichts anderes als Menschen fotografiere, reicht mir die Struktur nach Datum und Namen um jedes Foto innerhalb weniger Minuten finden zu können. Ich brauche daher keine Schlagworte oder sonstiges.

Auch die Bildauswahl funktioniert bei mir in wenigen Schritten recht pragmatisch nach dem Ausschlussverfahren.

Schreib mir gern einen Kommentar, wenn dir meine Auswahl hilft. Auch bin ich neugierig, wenn du ein komplett anderes System hast. Schreib es mir auch gern als Kommentar.

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Corwin von Kuhwede

Mein Name ist Corwin von Kuhwede, ich arbeitet seit 2005 als freiberuflicher Fotograf mit Schwerpunkt in der Porträt- & Aktfotografie. Ich bin Autor von Fachbüchern zum Thema Fotografie und gebe Seminare, Coachings und Trainings für fortgeschrittene Fotografen. Auf dieser Seite schreibe ich Artikel und produziere Videos zu allen möglichen nicht-technischen Themen der Fotografie. Wenn dir meine Inhalte gefallen, freue ich mich über einen »Daumen«.

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